März
07
2026
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Im Rahmen eines Seminars für Pflegeeltern haben wir uns gemeinsam mit dem Thema häusliche Gewalt und ihren Auswirkungen auf Kinder auseinandergesetzt. Die Referentin, Frau Nina Ruse, eine erfahrene Kinder- und Jugendpsychotherapeutin, war viele Jahre im Mainzer Kinderschutzzentrum tätig. Mit viel Fachwissen, Einfühlungsvermögen und anschaulichen Beispielen aus ihrer Praxis nahm sie uns mit in die Lebenswelt von Kindern, die Gewalt in ihrer Familie erlebt haben.
Besonders eindrücklich wurde deutlich, wie stark Kinder von häuslicher Gewalt betroffen sind – auch dann, wenn sie die Gewalt nicht direkt am eigenen Körper erfahren, sondern „nur“ miterleben. Die Referentin machte verständlich, welche Spuren Angst, Unsicherheit und dauerhafte Anspannung bei Kindern hinterlassen können und warum manche Verhaltensweisen erst vor diesem Hintergrund wirklich nachvollziehbar werden.
Ein wichtiger Teil des Seminars war die Beschäftigung mit dem „inneren sicheren Ort“. Dabei geht es um einen geschützten Ort in der Fantasie, den Kinder in belastenden Momenten innerlich aufsuchen können – einen Platz, der Sicherheit, Ruhe und Geborgenheit vermittelt. Solche inneren Bilder können Kindern helfen, mit starken Gefühlen umzugehen und sich selbst zu beruhigen. Diese Wirkung kann ein innerer sicherer Ort besonders dann entfalten, wenn er in ein Ritual im Alltag gebettet wird.
Die Pflegeeltern erlebten das Seminar als sehr berührend und bereichernd. Viele waren tief bewegt von den Einblicken in die Erfahrungen betroffener Kinder und zugleich beeindruckt davon, wie viel Pflegefamilien durch Verständnis, Geduld und verlässliche Beziehungen bewirken können.
Neben den fachlichen Impulsen entstand auch Raum für Austausch und gemeinsame Reflexion. So wurde einmal mehr spürbar, wie wertvoll solche Begegnungen sind – und wie wichtig es ist, Pflegeeltern in ihrer anspruchsvollen Aufgabe fachlich zu begleiten und zu stärken.
